Mobile-First Indexierung
Mobile-First-Indexierung bedeutet, dass Google für Indexierung und Ranking die mobile Fassung deiner Inhalte nutzt, abgerufen mit dem Smartphone-Crawler. Was auf der mobilen Seite fehlt, kann für die Suche nicht zählen, auch wenn es am Desktop zu sehen ist.
Stand heute
Google hat den Umstieg über Jahre vollzogen, begonnen hat er 2016. Den letzten Schritt kündigte Google im Juni 2024 an: Seiten, die bis dahin noch mit dem Desktop-Crawler abgerufen wurden, wechselten nach dem 5. Juli 2024 zum mobilen Googlebot. Seitdem ruft Google alle Websites für die Suche mit dem Smartphone-Crawler ab. Websites, deren Inhalt mobil gar nicht erreichbar ist, lassen sich nicht mehr indexieren. Der Desktop-Googlebot taucht in Server-Logs trotzdem noch für andere Zwecke auf, etwa für Produktlisten.
Es gibt weiterhin einen einzigen Index. Geändert hat sich nur, welche Fassung Google liest.
Was du prüfen solltest
| Bereich | Anforderung |
|---|---|
| Inhalt | derselbe Hauptinhalt wie am Desktop; Akkordeons und Tabs sind in Ordnung |
| Zugriff | Ressourcen wie CSS, JavaScript und Bilder nicht per robots.txt sperren; Hauptinhalt nicht erst nach einer Nutzeraktion laden |
| Robots-Meta-Tags | mobil und am Desktop gleich, besonders bei noindex und nofollow |
| Strukturierte Daten | auf beiden Fassungen gleich, mit den mobilen Adressen im Markup |
| Titel und Beschreibung | auf beiden Fassungen gleichwertig |
| Bilder und Videos | gute Qualität, gleicher Alt-Text, stabile Adressen |
| Werbung | keine großen Anzeigen am Seitenanfang, die den Inhalt verdrängen |
Responsives Design ist der einfachste Weg
Eine mobile Fassung ist nicht vorgeschrieben, damit Inhalte in der Suche erscheinen. Google empfiehlt sie aber ausdrücklich, und am leichtesten pflegst du sie mit responsivem Design: eine Adresse, eine Fassung des Inhalts, das Layout passt sich an. Dafür brauchst du das Viewport-Meta-Tag.
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1">
Sonderfall: eigene mobile Adressen
Hast du eine separate mobile Website, etwa unter einer m.-Subdomain, gilt zusätzlich:
- Beide Fassungen liefern bei Fehlern denselben Status.
- Mobile Seiten haben keine URL-Fragmente.
- Viele Desktop-Seiten werden nicht auf eine einzige mobile Seite oder die mobile Startseite umgeleitet.
- Beide Fassungen sind in der Google Search Console bestätigt.
- Hreflang-Verweise verbinden mobil mit mobil und Desktop mit Desktop.
- Der Canonical der mobilen Seite zeigt auf die Desktop-Adresse, die Desktop-Seite verweist als Alternate auf die mobile (siehe Duplicate Content).
- Der mobile Server hält höhere Crawl-Raten aus.
So prüfst du es
- Die URL-Prüfung in der Search Console zeigt, wie Google eine Seite abgerufen hat und mit welchem Crawler.
- Die Einstellungen der Search Console zeigen, ob deine Property auf Mobile-First umgestellt wurde.
- Vergleiche den Quelltext der mobilen und der Desktop-Fassung, besonders Überschriften, Texte, Links und strukturierte Daten.
Häufige Fehler
- Verkürzter mobiler Inhalt: Texte, Bilder oder Links, die nur am Desktop vorkommen, fehlen im Index.
- Gesperrte Ressourcen: Wenn Google CSS oder JavaScript nicht laden darf, sieht es die Seite anders als Besucher.
- Inhalte erst nach Klick oder Scrollen nachladen: Google löst keine Nutzeraktionen aus.
- Unterschiedliche strukturierte Daten: Fehlen sie mobil, gehen Rich Results verloren.
- Mobile Fehlerseiten: Zeigt die mobile Fassung allen Nutzern einen Fehler oder ist sie per robots.txt gesperrt, verschwinden die Seiten aus dem Index.
Weiterführende Begriffe
- Core Web Vitals: Nutzererfahrung messen
- Page Experience: Gesamteindruck einer Seite
- JavaScript-SEO: Inhalte, die per Skript erscheinen
- robots.txt: Zugriff steuern
Quellen
- Google Search Central: Mobile-First-Indexierung: Best Practices
- Google Search Central Blog: Mobile-First-Indexierung: letzter Schritt (3. Juni 2024)