Ich betreibe einen kleinen Shop für Gartenmöbel (Shopware 6, rund 400 Artikel). Seit ein paar Wochen schreiben mich Agenturen an, die "GEO-Pakete" verkaufen wollen. Das letzte Angebot lag bei 1.800 Euro im Monat, damit ich in ChatGPT und Co. auftauche.
Gleichzeitig lese ich auf Reddit, das sei alles nur SEO mit neuem Etikett, die Tracking-Tools würden bloß Rauschen messen und llms.txt bringe nichts. Was stimmt denn nun? Lohnt sich das Geld für einen Laden in meiner Größe, oder ist das Abzocke?
GEO ist doch nur SEO mit neuem Etikett: lohnt sich ein 'KI-Paket' für meinen Shop?
Kurz: Beide Seiten haben ein Stück weit recht. Der größte Teil dessen, was in GEO-Pakete gepackt wird, ist normales SEO-Handwerk mit neuem Namen. Wirklich neu ist vor allem die Messung, und die ist wackelig.
Was nach aktuellem Stand trägt:
- Seiten, die eine Frage vollständig beantworten und sauber indexierbar sind
- Saubere Produktdaten: Maße, Material, Lieferzeit, Preis, dazu passende strukturierte Daten
- Erwähnungen deiner Marke auf Seiten Dritter, etwa Tests, Vergleiche, Branchenportale
Skeptisch wäre ich bei:
- Garantien oder festen Plätzen in ChatGPT
- Paketen, die im Kern aus llms.txt und FAQ-Schema bestehen
- Reports mit einer einzelnen Zahl, bei der nicht dasteht, wie gemessen wurde
Bevor du zahlst: Frag die Agentur, was konkret geliefert wird und woran sie den Erfolg festmacht. Kommt als Antwort nur "wir optimieren für KI", ist das keine.
Was nach aktuellem Stand trägt:
- Seiten, die eine Frage vollständig beantworten und sauber indexierbar sind
- Saubere Produktdaten: Maße, Material, Lieferzeit, Preis, dazu passende strukturierte Daten
- Erwähnungen deiner Marke auf Seiten Dritter, etwa Tests, Vergleiche, Branchenportale
Skeptisch wäre ich bei:
- Garantien oder festen Plätzen in ChatGPT
- Paketen, die im Kern aus llms.txt und FAQ-Schema bestehen
- Reports mit einer einzelnen Zahl, bei der nicht dasteht, wie gemessen wurde
Bevor du zahlst: Frag die Agentur, was konkret geliefert wird und woran sie den Erfolg festmacht. Kommt als Antwort nur "wir optimieren für KI", ist das keine.
Der Report, den sie mir gezeigt haben, sagt "Sichtbarkeit in KI-Antworten: 34 %". Wie soll ich das einordnen, wenn die Antworten bei jeder Frage anders ausfallen? Und noch was: wenn ich bei Google schon auf Seite 1 stehe, muss ich dann überhaupt was extra machen?
Ich klinke mich kurz ein, weil das hier ständig als Frage reinkommt. Eine Prozentzahl ohne Angabe, wie viele Fragen, wie oft wiederholt, welches Modell und welches Land, kannst du nicht belastbar nennen. Wir arbeiten mit Stichproben: dieselbe Frage mehrfach stellen, dann steht da eben "in 7 von 12 Antworten genannt". Und selbst das schwankt von Woche zu Woche.
Zu Google Seite 1: Hilft, ist aber nach dem, was wir beobachten, keine Garantie. Manche KI-Antworten ziehen Quellen heran, die in den normalen Top 10 gar nicht auftauchen. Heißt: Ranking ist eine gute Basis, aber du musst trotzdem nachsehen, was in den Antworten wirklich passiert.
Zu Google Seite 1: Hilft, ist aber nach dem, was wir beobachten, keine Garantie. Manche KI-Antworten ziehen Quellen heran, die in den normalen Top 10 gar nicht auftauchen. Heißt: Ranking ist eine gute Basis, aber du musst trotzdem nachsehen, was in den Antworten wirklich passiert.
Auf Reddit lese ich auch den Rat, man soll selbst in Foren und auf Reddit Beiträge platzieren, weil die KI-Systeme das gern zitieren. Das klingt für mich irgendwei nach Spam. Ist das jetzt der große Hebel oder eher ein Risiko für die Marke?
Beides, je nachdem, wie du es machst. Dass Foren und Diskussionsplattformen in KI-Antworten oft als Quelle auftauchen, wird häufig beobachtet. Daraus zu schließen "also poste ich dort Werbung", ist aber genau der Fehler.
Das Risiko, grob sortiert:
- Moderation und Bann: Wer erkennbar Eigenwerbung streut, fliegt meist schnell, und die Beiträge verschwinden wieder
- Markenschaden, wenn jemand die Fake-Accounts aufdeckt
- In Deutschland kommt verdeckte Werbung dazu. Wer als vermeintlich neutraler Nutzer für den eigenen Shop trommelt, bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis (keine Rechtsberatung, klär das im Zweifel ab)
Was funktionieren kann: Du beantwortest echte Fragen in deinem Fachgebiet offen, mit erkennbarem Bezug zu deinem Laden und ohne Linkflut. Das ist kein Hack, sondern Reputation. Und selbst dann gibt es keine Zusage, dass ein Modell das aufgreift. Was heute zitiert wird, kann nach dem nächsten Modellupdate anders aussehen.
Das Risiko, grob sortiert:
- Moderation und Bann: Wer erkennbar Eigenwerbung streut, fliegt meist schnell, und die Beiträge verschwinden wieder
- Markenschaden, wenn jemand die Fake-Accounts aufdeckt
- In Deutschland kommt verdeckte Werbung dazu. Wer als vermeintlich neutraler Nutzer für den eigenen Shop trommelt, bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis (keine Rechtsberatung, klär das im Zweifel ab)
Was funktionieren kann: Du beantwortest echte Fragen in deinem Fachgebiet offen, mit erkennbarem Bezug zu deinem Laden und ohne Linkflut. Das ist kein Hack, sondern Reputation. Und selbst dann gibt es keine Zusage, dass ein Modell das aufgreift. Was heute zitiert wird, kann nach dem nächsten Modellupdate anders aussehen.
Okay, aber dann steht ein kleiner Shop doch schlecht da. Die Großen haben Bewertungsportale, Presse, Vergleichsseiten. Was kann ich realistisch tun, wenn ich pro Woche vielleicht zwei Stunden dafür habe?
Zwei Stunden reichen für einen vernünftigen Start, wenn du sie nicht in Tools steckst:
1. Zieh dir aus deinen Kundenmails und dem Support zehn echte Fragen heraus ("Welche Gartenmöbel sind für den Balkon wetterfest?"). Stell sie in ChatGPT, Perplexity und Google und schreib auf, wer genannt wird und woher die Antwort kommt.
2. Bau für die wichtigsten Fragen je eine Ratgeberseite, die wirklich antwortet, mit Maßen, Material und ehrlichen Nachteilen.
3. Hol Produktdaten und Bewertungen in Ordnung. Bewertungen auf einer Plattform, die auch Dritte kennen.
4. Schau in die robots.txt, ob du KI-Crawler versehentlich aussperrst. Wenn du sie sperren willst, ist das okay, aber dann bewusst.
Ob daraus Nennungen in ChatGPT werden, kann dir niemand versprechen. Du siehst es aber an deiner Stichprobe nach ein paar Wochen.
1. Zieh dir aus deinen Kundenmails und dem Support zehn echte Fragen heraus ("Welche Gartenmöbel sind für den Balkon wetterfest?"). Stell sie in ChatGPT, Perplexity und Google und schreib auf, wer genannt wird und woher die Antwort kommt.
2. Bau für die wichtigsten Fragen je eine Ratgeberseite, die wirklich antwortet, mit Maßen, Material und ehrlichen Nachteilen.
3. Hol Produktdaten und Bewertungen in Ordnung. Bewertungen auf einer Plattform, die auch Dritte kennen.
4. Schau in die robots.txt, ob du KI-Crawler versehentlich aussperrst. Wenn du sie sperren willst, ist das okay, aber dann bewusst.
Ob daraus Nennungen in ChatGPT werden, kann dir niemand versprechen. Du siehst es aber an deiner Stichprobe nach ein paar Wochen.
Und llms.txt? Die Agentur hat das als Herzstück verkauft. Ich habe auch gelesen, dass das alle machen und trotzdem nichts bringt.
Ich würde es nicht als Herzstück verkaufen. Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine belastbare Bestätigung, dass die großen Anbieter llms.txt beim Abruf oder Zitieren von Quellen auswerten. Wer dir das als Hebel mit Wirkung verkauft, hat dafür aktuell keinen Beleg.
Schaden tut die Datei auch nicht. Der Aufwand ist klein, du kannst sie anlegen, wenn du eine saubere Übersicht deiner wichtigsten Seiten ohnehin pflegst. Aber sie ersetzt keinen einzigen Inhalt und keinen Hinweis auf deine Marke an anderer Stelle.
Als Faustregel: Alles, was nur aus einer Datei oder einem Schema-Snippet besteht und angeblich KI-Sichtbarkeit bringt, würde ich mit Misstrauen prüfen. Der Teil, der nachweislich hilft, ist langweilig: gute Inhalte, saubere Technik, echte Erwähnungen.
Schaden tut die Datei auch nicht. Der Aufwand ist klein, du kannst sie anlegen, wenn du eine saubere Übersicht deiner wichtigsten Seiten ohnehin pflegst. Aber sie ersetzt keinen einzigen Inhalt und keinen Hinweis auf deine Marke an anderer Stelle.
Als Faustregel: Alles, was nur aus einer Datei oder einem Schema-Snippet besteht und angeblich KI-Sichtbarkeit bringt, würde ich mit Misstrauen prüfen. Der Teil, der nachweislich hilft, ist langweilig: gute Inhalte, saubere Technik, echte Erwähnungen.
Letzte Skepsis von mir: In meinen Analytics sehe ich praktisch keinen Traffic aus ChatGPT. Selbst wenn ich genannt werde, wo ist der Gegenwert? Das Geld muss ja irgendwo wieder reinkommen.
Berechtigter Einwand. Schau in deiner Auswertung nach Verweisen von chatgpt.com, perplexity.ai und ähnlichen Domains. Bei vielen Seiten ist das nach aktuellem Stand noch ein kleiner Teil des Traffics. Dazu kommt, dass viele Nutzer eine Marke in der Antwort lesen und später direkt oder über Google suchen, das taucht dann nirgends als KI-Besuch auf.
Mein ehrlicher Stand: Wer jeden Euro per ROI sauber nachweisen will, wird mit GEO im Moment nicht glücklich. Es ist eher ein Frühindikator und eine Ergänzung. Deshalb würde ich dafür kein fünfstelliges Jahresbudget freigeben, sondern klein anfangen und die eigenen Zahlen mitführen.
Mein ehrlicher Stand: Wer jeden Euro per ROI sauber nachweisen will, wird mit GEO im Moment nicht glücklich. Es ist eher ein Frühindikator und eine Ergänzung. Deshalb würde ich dafür kein fünfstelliges Jahresbudget freigeben, sondern klein anfangen und die eigenen Zahlen mitführen.
Danke euch beiden, das hilft mehr als die ganzen Agenturmails. Ich lehne das 1.800-Euro-Paket ab und fange mit den zehn Kundenfragen an. In sechs Wochen schaue ich mir die Stichprobe nochmal an und melde mich hier, ob sich überhaupt was bewegt hat.
Heb je iets aan deze inhoud?
·