Immer mehr KI-Bilder im Facebook-Feed: Wie erkenne ich noch, was echt ist?

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Meine Mutter (71) teilt auf Facebook ständig rührende Bilder, zum Beispiel von Kindern, die Welpen retten, oder von Tieren in Not mit dem Aufruf "Bitte teilen". Ich bin mir ziemlich sicher, dass vieles davon KI ist, aber sie glaubt mir nicht. Gibt es seit diesem Sommer nicht eine Kennzeichnungspflicht? Dann müsste da doch irgendwo ein Hinweis stehen. Und wie spreche ich das an, ohne dass sie sich bervormundet fühlt?
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Kurz zur Pflicht: Ja, seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzregeln aus Artikel 50 des EU AI Act. Anbieter von KI-Systemen müssen ihre Ergebnisse maschinenlesbar markieren, und Deepfakes müssen offengelegt werden. Nach aktuellem Stand heißt das aber nicht, dass jedes KI-Bild für dich sichtbar beschriftet ist. Markierungen in den Metadaten gehen bei Screenshots und erneutem Hochladen leicht verloren, und die Hinweise der Plattformen erkennen längst nicht alles.

Darum hilft Hinschauen auf das Bild weniger als Fragen an den Kontext:
- Wer hat das gepostet? Seiten mit vielen rührenden Bildern und "Bitte teilen" leben von Reichweite, nicht von Berichterstattung.
- Gibt es eine Quelle? Hat eine Zeitung, ein Tierheim oder eine Organisation darüber berichtet?
- Rückwärtssuche: Das Bild in Google Lens oder TinEye hochladen. Taucht es an vielen Stellen mit verschiedenen Geschichten auf, ist das ein Warnzeichen.
- Wird etwas verlangt? Spenden, Daten, ein Klick auf einen Link: dann besonders genau prüfen.

Zum Gespräch mit deiner Mutter: Ich würde nicht sagen "Das ist KI", sondern gemeinsam nachsehen, woher das Bild kommt. Ein Satz wie "Mich hat das stutzig gemacht, wollen wir das mal zusammen prüfen?" nimmt den Vorwurf raus. Wie sind eure Erfahrungen, lässt sich so etwas in der Familie überhaupt ansprechen?
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Danke, das mit der Rückwärtssuche probiere ich aus. Aber mal ehrlich: Wenn es nur süße Hunde sind, ist das nicht eigentlich egal? Sie hat ja Freude dran und keiner kommt zu Schaden.
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Dazu gibt es zwei vernünftige Sichtweisen. Die eine: Solange niemand getäuscht wird, um Geld oder Daten zu bekommen, ist es Unterhaltung wie ein Märchen, und niemand muss jedes Bild prüfen. Die andere: Dieselben Seiten sammeln oft Reichweite und Follower, um später Fake-Gewinnspiele, Spendenaufrufe oder Werbung auszuspielen. Dann hängt am harmlosen Welpenbild plötzlich doch etwas dran.

Meine Einschätzung, ausdrücklich nur eine Einschätzung: Ich würde das einzelne Bild gelassen sehen. Wichtiger ist der Gewöhnungseffekt, dass man irgendwann gar nichts mehr glaubt oder allem. Beides hilft Betrügern. Eine feste Regel für sie könnte sein: Bei allem, wo Geld, Daten oder ein Link verlangt werden, vorher kurz bei dir nachfragen. Das ist leichter durchzuhalten als "glaub nichts mehr".

Wie seht ihr das: Reicht Gelassenheit, oder würdet ihr eingreifen?
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